Ratgeber · Datenschutz

Smart Ring und Datenschutz: Wo Oura, WHOOP, Samsung und RingConn deine Daten speichern

Kurz beantwortet

Laut den Herstellern selbst: Oura nutzt Server auf der ganzen Welt und kann Daten in die USA übermitteln, Samsung überträgt Daten nach Südkorea, RingConn speichert auf AWS-Servern in Großbritannien, WHOOP sitzt in Boston. VYTA speichert deine Werte auf deinem Handy und auf Servern in Frankfurt am Main.

Warum der Speicherort bei einem Smart Ring zählt

Ein Smart Ring misst rund um die Uhr: Puls, Herzfrequenzvariabilität (HRV), Schlaf, Sauerstoff und Bewegung. Zusammen ergeben diese Werte ein ziemlich genaues Bild davon, wie du lebst, wann du schläfst und wie es dir geht. Nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gehören Gesundheitsdaten zu den „besonderen Kategorien“ personenbezogener Daten. Ein Anbieter darf sie nur unter strengen Bedingungen verarbeiten, in der Regel mit deiner ausdrücklichen Einwilligung.

Wo die Daten liegen, entscheidet mit darüber, welches Recht greift und wer im Zweifel Zugriff verlangen kann. Innerhalb der EU gilt die DSGVO überall gleich. Verlassen Daten die EU, braucht der Anbieter eine Rechtsgrundlage für diese Übermittlung, etwa einen Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission, das EU-US Data Privacy Framework für zertifizierte US-Firmen oder Standardvertragsklauseln. Das ist legal und weit verbreitet. Es bedeutet aber auch, dass deine Daten unter Umständen zusätzlich dem Recht eines anderen Landes unterliegen.

Wichtig: Ein Serverstandort in Deutschland ist kein Gütesiegel für sich. Genauso zählt, wer den Server betreibt, wer Zugriff hat, ob du deine Daten exportieren und vollständig löschen kannst und ob der Anbieter sie für andere Zwecke nutzt.

Vergleich: Wo die Anbieter deine Daten speichern

Die Tabelle fasst zusammen, was die Hersteller am 25. Oktober 2026 auf ihren eigenen Seiten zum Speicherort schreiben. Wir haben die Angaben nicht technisch überprüft, sondern geben wieder, was dort steht.

Speicherort und Übermittlung laut Hersteller, Stand 25.10.2026
AnbieterVerantwortliches UnternehmenSpeicherort laut HerstellerÜbermittlung außerhalb der EU
VYTAVYTA Health, Kaarst (Deutschland)Auf deinem Handy und auf Servern in Frankfurt am MainFür die Messwerte aus der App nicht vorgesehen
OuraOura Health Oy, Oulu (Finnland); für Marketing Ouraring Inc., San Francisco (USA)„Server auf der ganzen Welt“Möglich, unter anderem in die USA; Oura nimmt am EU-US Data Privacy Framework teil
WHOOPWHOOP, Inc., Boston (USA)In der Datenschutzerklärung von uns nicht abrufbar (siehe unten)Unternehmen mit Sitz in den USA
Samsung Galaxy RingSamsung Electronics Co., Ltd. (Südkorea)Keine Angabe zum Rechenzentrum für Ring-Daten gefundenJa, laut Samsung „insbesondere“ in die Republik Korea; Standardvertragsklauseln für weitere Länder
RingConnRingConnAWS-Server in Großbritannien (Angabe auf der Seite zum Gen 2)Großbritannien gehört nicht zur EU; der Shop nennt Übermittlungen außerhalb deines Wohnsitzlandes

Die Angaben stammen aus den Datenschutzerklärungen und Produktseiten der Anbieter, verlinkt unter „Quellen“. Shop-, Marketing- und App-Daten können bei einem Anbieter an unterschiedlichen Orten liegen.

Die Anbieter im Einzelnen

Oura

Für die Daten aus Ring und App ist Oura Health Oy mit Sitz im finnischen Oulu verantwortlich, für Marketingdaten die US-Tochter Ouraring Inc. in San Francisco. In der Datenschutzerklärung schreibt Oura, es sei ein globales Unternehmen mit Servern auf der ganzen Welt; deine Daten könnten außerhalb deines Wohnsitzlandes verarbeitet werden. Für Übermittlungen in die USA beruft sich Oura auf das EU-US Data Privacy Framework. Messdaten zu Schlaf, Tagesform und Aktivität speichert Oura laut eigener Angabe nur, solange dein Konto aktiv ist, und das Konto kannst du in der App löschen.

WHOOP

WHOOP, Inc. hat seinen Sitz in Boston, USA. Die deutsche Datenschutzerklärung haben wir am 25. Oktober 2026 im Browser geöffnet; ihr Text wurde aber nicht angezeigt. Wo WHOOP die Daten europäischer Mitglieder speichert, können wir deshalb nicht belegen und lassen das Feld bewusst offen. Wenn dir das wichtig ist: Frag vor dem Kauf beim Support nach dem Speicherort und der Rechtsgrundlage für Übermittlungen in die USA.

Samsung Galaxy Ring

Samsung Electronics hat seinen Sitz in Südkorea. Die deutsche Datenschutzerklärung sagt, dass deine Daten innerhalb und außerhalb deines Wohnsitzlandes verarbeitet und „insbesondere“ in die Republik Korea übertragen werden. Für Südkorea gibt es einen Angemessenheitsbeschluss der EU, für andere Länder nutzt Samsung Standardvertragsklauseln. Ein konkretes Rechenzentrum für die Daten des Galaxy Rings haben wir nicht gefunden. Der Ring läuft nur mit Android-Smartphones.

RingConn

RingConn schreibt auf der Produktseite zum Gen 2, dass Übertragung, Speicherung und Auswertung verschlüsselt auf AWS-Servern in Großbritannien stattfinden. Für den Gen 3 haben wir keine eigene Angabe gefunden. Die Datenschutzerklärung des deutschen Shops betrifft vor allem Bestellungen über Shopify und nennt Übermittlungen außerhalb deines Wohnsitzlandes. Für die App verweist RingConn auf eine eigene Datenschutzrichtlinie.

So speichert VYTA deine Daten

VYTA ist unser eigenes Produkt. Deshalb beschreiben wir hier besonders genau, was mit deinen Daten passiert, auch dort, wo es nicht nur gut klingt:

  • Zuerst auf deinem Handy: Ring oder Band schicken ihre Messwerte per Bluetooth an die VYTA App. Dort werden sie lokal gespeichert, auch ohne Internet.
  • Dann in Frankfurt: Nach der Anmeldung per E-Mail-Code werden deine Werte auf Servern in Frankfurt am Main gespeichert. Die Datenbank betreiben wir beim Anbieter Supabase in dessen Region Frankfurt. Supabase ist ein US-Unternehmen; für den Marktstart prüfen wir zusätzlich den Betrieb bei einem deutschen Anbieter.
  • Nur für dich lesbar: Jedes Konto sieht nur seine eigenen Daten. Wir verkaufen keine Gesundheitsdaten und nutzen sie nicht für Werbung.
  • Export und Löschen: Du kannst deine Daten jederzeit als CSV exportieren. „Konto und Daten löschen“ entfernt dein Konto samt allen Messwerten vom Server und von deinem Handy. Beides ist immer kostenlos, auch ohne AI Coach.
  • VYTA Circle: Die geplante Familienfunktion teilt nur einen Status, keine Messwerte und keinen Standort.

Zur Ehrlichkeit gehört auch: Diese Website ist etwas anderes als die App. Sie wird bei Netlify gehostet, und für Anzeigen und Statistik nutzen wir Dienste von Google und Meta, aber nur mit deiner Einwilligung. Was genau passiert, steht in der Datenschutzerklärung. Deine Messwerte aus Ring und Band laufen über keinen dieser Dienste.

Sieben Fragen, bevor du einen Smart Ring kaufst

  1. Welches Unternehmen ist für meine Daten verantwortlich, und in welchem Land sitzt es?
  2. Wo stehen die Server, und dürfen die Daten die EU verlassen?
  3. Kann ich den Ring auch nutzen, wenn meine Daten nur auf dem Handy bleiben?
  4. Kann ich alle Rohdaten exportieren, nicht nur Zusammenfassungen?
  5. Löscht „Konto löschen“ wirklich alles, und wie schnell?
  6. Gibt der Anbieter Daten an Partner, Versicherungen oder für Werbung weiter?
  7. Was passiert mit meinen Daten, wenn ich ein Abo beende?

Die Antworten stehen meist in der Datenschutzerklärung, oft aber verteilt über mehrere Seiten für Shop, App und Marketing. Findest du keine klare Angabe, frag den Anbieter direkt. Nach Art. 15 DSGVO hast du ein Recht auf Auskunft darüber, welche Daten über dich gespeichert sind.

Häufige Fragen

Wo speichert Oura meine Daten?

Oura schreibt in seiner Datenschutzerklärung, es habe Server auf der ganzen Welt, und deine Daten könnten außerhalb deines Wohnsitzlandes verarbeitet werden. Verantwortlich ist Oura Health Oy in Finnland. Für Übermittlungen in die USA nutzt Oura das EU-US Data Privacy Framework.

Ist ein Smart Ring DSGVO-konform?

Das hängt vom Anbieter ab, nicht vom Gerät. Wer Gesundheitsdaten von Menschen in der EU verarbeitet, muss die DSGVO einhalten, auch mit Sitz außerhalb der EU. Prüfe, wer verantwortlich ist, wo die Server stehen, ob Daten die EU verlassen und ob du sie exportieren und löschen kannst.

Wo liegen die Daten des VYTA Rings?

Zuerst auf deinem Handy, nach der Anmeldung zusätzlich auf Servern in Frankfurt am Main. Jedes Konto sieht nur seine eigenen Daten. Du kannst sie jederzeit als CSV exportieren und mit „Konto und Daten löschen“ vollständig entfernen.

Darf ein Hersteller meine Gesundheitsdaten in die USA übermitteln?

Ja, wenn er dafür eine Rechtsgrundlage hat, etwa die Zertifizierung nach dem EU-US Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln. Ob dir das reicht, ist deine Entscheidung. Die Angaben dazu stehen in der Datenschutzerklärung des Anbieters.

Kann ich meine Daten bei einem Anbieterwechsel mitnehmen?

Teilweise. Oura bietet einen CSV-Export, VYTA ebenfalls. Bei VYTA ist geplant, dass du Aufzeichnungen anderer Anbieter importieren kannst; fertig ist der Import noch nicht, und was übernommen werden kann, hängt vom Export des jeweiligen Anbieters ab.

Janis Borowski, Gründer von VYTA Health

Janis Borowski

Gründer von VYTA Health in Kaarst bei Düsseldorf. Er trägt seit Oktober 2026 die ersten VYTA Ringe im Alltag und vergleicht sie mit seinem WHOOP. Dieser Ratgeber gibt wieder, was die Anbieter selbst zum Datenschutz schreiben; er ist keine Rechtsberatung.

Offenlegung: VYTA ist unser eigenes Produkt. Die Angaben der anderen Anbieter haben wir am 25.10.2026 auf deren Websites geprüft. Fehler gefunden? Schreib uns an info@vyta-health.de.

Quellen

Alle Seiten abgerufen am 25. Oktober 2026.

  1. Oura: Datenschutzerklärung, Verantwortliche, Server weltweit, Data Privacy Framework, Speicherdauer
  2. WHOOP: Datenschutzerklärung, Unternehmenssitz Boston; Text der Erklärung wurde beim Abruf nicht angezeigt
  3. Samsung: Datenschutzerklärung Deutschland, Sitz in Südkorea, Übertragung in die Republik Korea
  4. Samsung: Galaxy Ring kaufen, Kompatibilität mit Android
  5. RingConn: Gen 2, AWS-Server in Großbritannien
  6. RingConn: Datenschutzrichtlinie des Shops, internationale Übermittlungen

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